„Das öde Haus" von E.T.A. Hoffmann | Lösungsvorschlag

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Schule

BY: Gymnasium Jahrgangsstufe 12

Fach

Deutsch

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Anzahl Seiten

22

Anzahl Wörter

7439

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„Das öde Haus" von E.T.A. Hoffmann | Lösungsvorschlag

Lösungsvorschlag Abitur Bayern 2014.

Aufgabe 3: Erschließen eines literarischen Textes

a) Erschließen und interpretieren Sie den folgenden Textausschnitt (E.T.A. Hoffmann – Das öde Haus)! Beziehen Sie die Kerngedanken des beigefügten Materials in Ihre Überlegungen mit ein und berücksichtigen Sie den literaturgeschichtlichen Hintergrund!

b) Legen Sie, ausgehend von Ihren Ergebnissen, vergleichend dar, wie das Unheimliche in einem anderen literarischen Werk gestaltet wird!

(Friedrich Schiller: „Der Geisterseher“)

Inhalt:
a)
E.T.A. Hoffmann: Leben und Werk
Das öde Haus: Der Erzählzyklus
Die Schwarze Romantik
Textauszug
Das öde Haus: Textauszug im Kontext
Aufbau und Handlung
Der Spiegel als Strukturelement
Erzählstruktur, Aufbau und sprachliche Mittel
Das Sehen als Grundlage des Unheimlichen
Die Konstruktion des Unheimlichen

b)
Friedrich Schiller: „Der Geisterseher“
Zusammenfassung
Vergleichselemente

Auszug:
Die Novelle „Das öde Haus“ wurde 1817 im zweiten Teil des Erzählzyklus „Nachtstücke“ veröffentlicht. Der gesamte Zyklus umfasst zwei Bände, in denen insgesamt acht Erzählungen zu finden sind, die zwischen 1815 und 1817 in Berlin verfasst wurden. Eines der bekanntesten Werke Hoffmanns, „Der Sandmann“, findet sich im ersten Teil des Zyklus (1816).

Als „Nachtstück“ bezeichnet man die Darstellung von solchen Ereignissen, die sich hauptsächlich in der Nacht abspielen. Im übertragenen Sinne kann die Nacht hierbei allerdings auch als ein Symbol für die irrationale Betrachtung von Situationen und die Darstellung von Fantastischem gewertet werden. Teilweise finden sich daher in den einzelnen Erzählungen auch Spukszenen oder die Darstellung übernatürlicher Kräfte, wie des Teufels.

Zu Hoffmanns Lebzeiten gestaltete sich die Rezeption der „Nachtstücke“ eher negativ und stand damit in einem starken Kontrast zu seiner ersten Sammlung „Fantasiestücke in Callots Manier“ (1814-1815), die sehr erfolgreich war. Joseph von Eichendorff nannte die „Nachtstücke“ „gespensterhafte Luftspiegelungen“, Heinrich Heine vertrat sogar die Ansicht, dass selbst der Teufel nicht solch „teufliches Zeug“ schreiben könne. Im Nachhinein aber wurden einzelne Erzählungen des Zyklus sehr bekannt und gelten als einige der bekanntesten Beispiele für die Schwarze Romantik in Deutschland.
...
Bereits am Untertitel kann man erkennen, dass die Erzählung hauptsächlich aus der Perspektive des Grafen von O** berichtet wird. Es handelt sich auch hier um eine umfassende Analepse, da der Graf von O** in der Vergangenheit liegende Ereignisse beschreibt und angibt, dass diese Aufzeichnungen erst nach seinem Tode veröffentlicht werden.

Die Spannung wird darüber aufgebaut, dass es ebenfalls einen homodiegetischen Erzähler gibt, der allerdings hauptsächlich den Prinzen extern fokalisiert. Als der Graf von O** einige Zeit nicht beim Prinzen sein kann, wird dieser extern in Briefen von anderen Personen fokalisiert, die an den Grafen geschickt werden. Somit wird beispielsweise nicht aufgeklärt, ob der Armenier selbst die zweite Geistererscheinung inszeniert hat, da er kurz vor der ersten Geistererscheinung für eine halbe Stunde abwesend war, um Pistolen zu holen. Bis zum Ende der Erzählung, die heute vielen Forschern als Fragment gilt, werden die verschiedenen Auftritte des Armeniers und seine übernatürlichen Kräfte nicht aufgeklärt, sodass der Leser darüber selbst ein Urteil fällen muss... [Jetzt mehr lesen]